Kunde: Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn

Projektzeitraum: Januar – September 2026

Das Projekt in Kürze

Das Ostseebad Kühlungsborn gehört mit rund 2,5 Millionen Übernachtungen im Jahr zu den erfolgreichsten Tourismus-Destinationen an der deutschen Ostsee. Meer, Strand, Stadtwald, Bäderarchitektur sowie eine leistungsfähige touristische Infrastruktur plus hohe Aufenthaltsqualität bieten beste Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung.

Im Auftrag der Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn entwickeln wir das bestehende „klassische Tourismuskonzept“ hin zu einer integrierten und zukunftsstarken Tourismusstrategie Kühlungsborn 2035 – inklusive strategischem Narrativ, Handlungsfeldern und Umsetzungs-Roadmap.

Die zentrale Frage in diesem Projekt lautet: Wie kann Kühlungsborn seine außergewöhnlichen Qualitäten bewahren und gleichzeitig zu einer der profiliertesten Ganzjahresdestinationen Deutschlands werden?

Stadt, Strand, Hafen, Meer: Kühlungsborn gehört zu den erfolgreichsten touristischen Destinationen an der deutschen Ostsee © Jasmin Fernholz

Die Herausforderung

Kühlungsborn startet aus einer Position der Stärke. Gleichzeitig verändern sich Gästebedürfnisse und Rahmenbedingungen – etwa bei Reisebedürfnissen, Nachhaltigkeit, Mobilität, Digitalisierung und Fachkräften. In der Fortschreibung des Tourismuskonzepts ging es nicht darum, neue Nachfrage zu erzeugen, sondern die Stärken der Destination Kühlungsborn deutlicher herauszuarbeiten, miteinander zu verknüpfen und qualitativ weiterzuentwickeln.

Unsere Aufgabe im Detail:

  • touristisches Profil schärfen
  • Aufenthaltsqualität konsequent weiterentwickeln
  • Tourismus- und Lebensqualität stärker zusammendenken
  • neue Reiseanlässe außerhalb der Hauptsaison schaffen (Stichwort: Ganzjahresdestination)
  • Angebote und Erlebnisräume besser aufeinander abstimmen
  • gemeinsamen Orientierungsrahmen für Politik, Verwaltung, Tourismuswirtschaft und Stadtgesellschaft entwickeln (Ziele, Prioritäten, Maßnahmen)

Besonderer Fokus lag auf Qualität statt quantitativem Wachstum sowie auf Profilbildung, Saisonverlängerung und stärkere Verbindung von Tourismus- und Lebensqualität.

Fahrradfahrer fährt durch die Innenstadt von Kühlungsborn

Kühlungsborn ist eine Tourismus-Destination – aber auch Wohnort und Lebensmittelpunkt von rund 8.100 Menschen © Jasmin Fernholz

Unsere Perspektive

Tourismusentwicklung ist immer auch Stadtentwicklung.

Tourismus prägt öffentliche Räume, schafft Wertschöpfung und Angebote und beeinflusst die Lebensqualität der Menschen vor Ort. Deshalb betrachten wir touristisches Profil, räumliche Entwicklung und die Zusammenarbeit vor Ort im Ganzen.

Für Kühlungsborn heißt das: Die vorhandenen Qualitäten werden gebündelt und so weiterentwickelt, dass daraus ein klareres Profil und eine gemeinsame Richtung entsteht. Entscheidend ist, welche Angebote, Räume und Projekte diese Richtung tatsächlich stärken.

„Gerade erfolgreiche Destinationen müssen sich immer wieder fragen, was ihren Erfolg in Zukunft ausmachen soll. In Kühlungsborn ging es deshalb vor allem um bewusste Entscheidungen: Welche Qualitäten wollen wir stärken? Welche Projekte zahlen wirklich darauf ein? Und was hat bewusst keine Priorität?“

Julia Staron, Projektleiterin bei der Stadtmanufaktur

Unsere Lösungen

Analyse und Beteiligung als Grundlage

Wir starten mit einem mehrstufigen Analyse-Prozess – und schaffen damit die Grundlagen für die nachfolgenden strategischen Entscheidungen. Im Klartext bedeutet das: Wir verbinden vorhandene Konzepte und touristische Kennzahlen mit Gäste- und Einwohnerbefragungen, Expertengesprächen sowie Wettbewerbs- und Trendanalysen.

Parallel zur Analyse dokumentieren wir in aufeinander aufbauenden Beteiligungs-Formaten die unterschiedlichen Perspektiven aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft. Dazu gehören:

  • ein interner Strategieworkshop mit Bürgermeisterin, Verwaltung und Kunde,
  • ein Strategieworkshop mit touristischen Leistungsträgern und regionalen Stakeholdern,
  • ein Maßnahmenworkshop zur Konkretisierung und Priorisierung sowie
  • eine offene Werkstatt für Bürger:innen zur Entwicklung des Baltic Platz

Jede Erkenntnis aus Analyse und Beteiligung wird von uns bewertet und in den weiteren Strategieprozess integriert.

Julia Staron leitet ein Beteiligungsformat zur Tourismusstrategie in Kühlungsborn

Stadtmanufaktur-Projektleitung Julia Staron leitet die offene Werkstatt zur Entwicklung des Baltic-Platzes in Kühlungsborn

Strategisches Narrativ: „Kühlungsborn bewegt“

Kühlungsborn verfügt bereits über viele Qualitäten, die eine starke Destination ausmachen. Die Aufgabe der Tourismusstrategie 2035 ist, diese miteinander zu verknüpfen und qualitativ weiterzuentwickeln.

Das strategische Narrativ „Kühlungsborn bewegt“ bringt diese Richtung auf den Punkt. Der Begriff der „Bewegung“ steht dabei nicht nur für Aktivität, sondern verbindet Natur und Wellbeing, Kultur und Begegnung sowie die Weiterentwicklung des Ortes selbst.

Räumliches Leitbild: „Kühlungsborn als zusammenhängender Erlebnisraum“

Im darüber hinaus entwickelten räumlichen Leitbild definieren wir die Küstenlinie zum räumlichen Rückgrat der Tourismusstrategie. Strand, Stadtwald, Promenade, Baltic-Platz und Hafen werden als zusammenhängender Erlebnisraum gedacht und im Leitbild „Kühlungsborn als zusammenhängender Erlebnisraum“ in einem Satz zusammengefasst, der die vier Dimensionen der Aufenthaltsqualität in Kühlungsborn verbindet:

  • Natur erleben
  • flanieren und genießen
  • Kultur und Begegnung
  • maritimes Erlebnis

Die Küstenlinie als Rückgrat der Tourismusstrategie Kühlungsborn 2035 – dabei stellt sich auch die Frage: Was geschieht mit dem Riesenrad auf dem Baltic Platz? © Jasmin Fernholz

Klare Prioritäten für die Zukunft: strategische Handlungsfelder und Schlüsselprojekte

Auf Basis von Analyse und Beteiligung, Narrativ und Leitbild legen wir sechs strategische Handlungsfelder fest, die die Tourismusstrategie strukturieren – von „Qualität und Aufenthaltsqualität“ , „Kultur, Veranstaltungen und Ganzjahrestourismus“ bis hin zu „Sichtbarkeit, Kommunikation und Destinationsmarketing“.

Daraus leiten sich wiederum fünf Schlüsselprojekte für Kühlungsborn ab:

  • Qualifizierung des Baltic Platz
  • Weiterentwicklung der Villa Baltic
  • Profilierung als Destination für Bewegung und Wellbeing
  • Weiterentwicklung der Destinationsmarke
  • konsequente Qualitätsentwicklung öffentlicher Räume und touristischer Angebote

Roadmap und Umsetzungsstruktur bis 2035

Keine Strategie ohne Fahrplan für die Umsetzung – das gehört zu unserem Leistungsversprechen als Stadtmanufaktur. Wesentlicher Bestandteil der Tourismusstrategie für Kühlungsborn ist deshalb die Umsetzungs-Roadmap bis 2035 mit drei Phasen:

  • 2026–2028: Grundlagen schaffen
  • 2029–2031: Profil schärfen und Ganzjahrestourismus stärken
  • 2023–2035: Schlüsselprojekte realisieren und Positionierung festigen

Außerdem denken wir innerhalb der Tourismusstrategie auch an die Governance- und Umsetzungsstruktur, also auch an Zuständigkeiten, Koordination, Monitoring und die kontinuierliche Fortschreibung der Strategie. Die Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn übernimmt dabei eine zentrale Rolle: zur Koordination der Umsetzung, in der Vernetzung von Partnern sowie in Markenführung und Monitoring.

Blick auf das Seebad Kühlungsborn an der deutschen Ostsee

Blick auf das Ostseebad Kühlungsborn – Blick in die Zukunft bis 2035 © Deutschland abgelichtet

Das Ergebnis

Ein klarer Kurs für die touristische Entwicklung: Die Tourismusstrategie Kühlungsborn 2035 bündelt die wichtigsten Themen, setzt Prioritäten und bietet Orientierung für Politik, Verwaltung, Tourismuswirtschaft und Stadtgesellschaft. Entscheidend dabei: Das Tourismusmarketing steht zukünftig nicht mehr für sich, sondern wird integriert gedacht und eingebettet in Fragen von Stadtentwicklung und Lebensqualität – auch aus Sicht der Menschen, die dauerhaft in Kühlungsborn leben und arbeiten.

Die Strategie kurz zusammengefasst: Sechs Handlungsfelder und fünf Schlüsselprojekte zeigen, worauf es in den kommenden Jahren ankommt. Die Roadmap übersetzt die gemeinsame Richtung in konkrete Schritte bis 2035 – mit klaren Zuständigkeiten, Etappen und einer Struktur für die Umsetzung.

Bild-Credits: Jasmin Fernholz, Deutschland abgelichtet, Stadtmanufaktur